
Venedig
Die historischen Cafés am Markusplatz
Mitte des 17. Jh.s kam der Kaffee aus dem äthiopischen Hafen Moka nach Venedig, wobei ihn die Apotheker zunächst als stimulierendes Mittel anpriesen, es aber nicht lange dauern sollte, bis dieser aus den gerösteten Bohnen zubereitete Trank zu Getränk Nummer eins werden sollte. Eine echte Mode: Immer mehr Kaffeeröstereien und –läden eröffneten, innerhalb weniger Jahrzehnte stieg ihre Anzahl auf über hundert an. Bunt das Publikum: Kaufleute und Bummler, Freidenker und Abenteurer, so dass die Cafés zum Spiegel der Laster und Tugenden der venezianischen Gesellschaft wurden. Das berühmteste unter ihnen ist das Café «Florian», das 1720 am Markusplatz eröffnete, im Schatten des Glockenturms. Unter den Bogengängen der Procuratie liegen zwei weitere historische Cafés, das „Lavena" (1750) und das "Quadri" (1775), die den Besucher mit ihrem Samt, ihren Spiegeln und Freskomalereien entzücken. Wer in Venedig etwas zählte, Besucher wie auch Einheimische, hat schon an einem dieser Tische gesessen: Giacomo Casanova, Goethe und Byron, Wagner und Stravinsky, Proust und Modigliani, Woody Allen und Julia Roberts.
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