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Sehr geehrte Damen und Herren, hier spricht Ihr Kapitän.
Es ist ein wunderschöner Tag, denn gemeinsam werfen wir heute einen Blick hinter die Kulissen und in unsere Hangars in Florenz und Verona. Hier und im passenden Video erzählen wir alles Wissenswerte über einige unserer Wartungsabläufe.
Das Wichtigste: Verliert euch nicht im Füllhorn an Fachjargon, Schrauben und Muttern!
Als erstes betritt das Flugzeug die Bühne: Es wird in den Hangar gezogen und gesichert. Trotz seiner 30.000 kg macht die Embraer auch hier immer eine gute Figur.
Das Team bringt zuerst Unterlegkeile an den Reifen an, löst die Schleppstange, richtet die für einen sicheren Betrieb erforderlichen Schutzvorrichtungen ein und positioniert die Flugzeugtreppe. Jede Handlung ist millimetergenau abgestimmt und die Techniker bewegen sich perfekt im Takt.
Die eigentliche Wartung kann beginnen!
Schritt eins: Die externe Stromversorgung wird angeschlossen, um 115 V bei 400 Hz Bodenstrom zu liefern. Übersetzt bedeutet dies: Die Systeme können somit eingeschaltet werden, ohne dass die Flugzeugmotoren dafür gestartet werden müssen. Das garantiert einen sicheren und reibungslosen Ablauf (und ist auch die effizienteste Lösung, versichert der Kapitän).
Ein Flugzeug mit Bodenstrom zu versorgen, ermöglicht es uns alles im „aktiven Standby-Modus“ perfekt überwachen zu können: Beleuchtung, Avionik, Anzeigen ... und all das bei ausgeschalteten Triebwerken.
Bereit für die nächsten Checks?

Schritt zwei: die Sichtprüfung. Es wird nach Verschleißerscheinungen gesucht, die fan blades der Triebwerke werden einzeln begutachtet, die elektrischen Verkabelungen und Leitungen werden überprüft. Die zugänglichen Teile werden innen und außen inspiziert: Allgemeinzustand, Sauberkeit, Befestigungen, Unversehrtheit. Im Fachjargon spricht man von „Continuing Airworthiness“. Das bedeutet, das Flugzeug langfristig konform und zuverlässig zu halten und es zu pflegen, damit es sich stets in einem optimalen Zustand befindet.
Schritt drei: Zunächst wird im Cockpit die Batterie abgeschaltet, anschließend erfolgt der Zugang zum Avionikfach. Der Techniker öffnet das Avionikfach, schaltet die Batterie aus, trennt und entfernt sie. Die Batterie wiegt über 24 kg, ungefähr so viel wie sein Labrador, erklärt er mit einem Lächeln. Unter großer Rücksichtnahme auf die benachbarten Geräte setzt er die neue Batterie ein und befestigt sie sicher. Nach dem Einschalten ist die neue Batterie bereit für den Funktionstest: stabile Spannung, normale Ladekapazität, keine Fehlermeldungen.
Logbuch erfolgreich aktualisiert!
Die Techniker begeben sich nun unter die Flügel. Zunächst überprüfen sie die Verkleidungen, Stellantriebe, Schienen und Befestigungspunkte. Dann testen sie die Ausfahrbarkeit der Klappen. Aus dem Cockpit bestätigen die Anzeigen nochmal, dass die Überprüfung erfolgreich war.
Die Klappen erhöhen den Auftrieb bei niedrigen Geschwindigkeiten. Dies sorgt für stabilere Starts und Landungen und einen Sicherheitspuffer (safety margin) gerade auf kurzen Landebahnen.
Unter dem Rumpf der Embraer überprüfen die Mitarbeiter Reifen, Bremsen, Stickstoffstoßdämpfer und Stellantriebe und achten dabei besonders auf Leitungen und Anschlüsse, um eventuelle Flüssigkeitsspuren aufzuspüren. Auf dem „Menüplan” für heute steht auch der dynamische Fahrwerkstest, der das vollständige Aus- und Einfahren des Fahrwerks einschließt.
Unserer besonderer Dank gilt den Mitarbeitern und Technikern der Hangars in Florenz und Verona für ihre Professionalität und großartige Unterstützung während der Dreharbeiten.
- Übrigens: Wisst ihr, warum das Fahrwerk während des Fluges eingefahren wird? Die Antwort liegt auf der Hand: um den Luftwiderstand zu verringern. Es ist im Übrigen so konstruiert, dass es Belastungen standhält, die weit über dem maximalen Landegewicht liegen. All dies und vieles mehr könnt ihr natürlich in diesem Artikel nachlesen.