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Toskanische und pisanische Weine

Denkt man an die Weine der Toskana, fallen einem in erster Linie Rotweine ein, dabei haben Weißweine hier eine weitaus längere Tradition. Teils reicht diese bis in die Antike zurück. Gerade um die Küste von Pisa herum entstehen aus der Vermentino-Sorte oft erstaunliche Weißweine. Die Vorherrschaft des Weißweins konnte sich auch in San Gimignano und Montecarlo halten. Auch wenn Sie sonst eher den toskanischen Rotweinen verfallen sind, die vini bianchi aus diesen Gegenden sollten Sie sich keinesfalls entgehen lassen. Die Trebbiano-Rebe steht weniger für die besonderen Tropfen als für Weine, die zum alltäglichen Genuss gedacht sind. In vielen Fällen wird sie mit anderen Sorten verschnitten und bildet die Basis für bekannte Cuvées wie Lugana, Soave oder Vin Santo.

Typisch für alle Weine der Toskana, egal ob rot oder weiß, ist ihre Vielfalt, was wohl an den zahlreichen Mikroklimaten der Region liegt, die jeder Traube ihr eigenes Bouquet verleihen. Die fruchtbaren Meeresböden, wie sie rund um Pisa anzutreffen sind, stehen im Gegensatz zu den teils steinigen Böden auf 500 Meter Höhe im Chianti-Classico-Gebiet. Auch der hohe Anteil an Weinen mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung ist ein typisches Merkmal der Region. Nirgends sonst in Italien ist der Prozentsatz an DOC- und DOCG-Weinen so hoch.

Zu den wichtigsten Rotweinen der Toskana zählen neben dem Chianti natürlich auch der Brunello di Montalcino und der Vino Nobile di Montepulciano.  Auch wenn der Chianti kein Geheimtipp ist, so begeistert seine Weichheit und Geradlinigkeit doch immer wieder. Die Bezeichnungen Chianti, Chianti Classico, Riserva und Gallo Nero sind anfänglich vielleicht etwas verwirrend, aber im Grunde einfach erklärt. Unter Chianti Classico versteht man jene Chianti-Weine, die aus dem ursprünglichen Gebiet, dem Chianti Classico zwischen Florenz und Siena, stammen. Für sie gelten noch strengere Qualitätsmerkmale als für den klassischen Chianti. Einen schwarzen Hahn (Gallo Nero) am Flaschenhals tragen alle chianti classici des Gallo-Nero-Konsortiums. Der Hahn ist rot umrandet, wenn es sich um einen eher jungen Wein handelt, und golden umrandet, wenn es ein Chianti Classico Riserva ist. Das Wort Riserva spricht für eine längere Lagerung des Weines von mindestens zwei Jahren. Im Jahr 2010 führte man in Italien die noch höhere Qualitätsstufe Chianti Classico Gran Selezione ein. Welche Variante eher dem eigenen Gusto entspricht, ist wie so oft sehr individuell.

Neben dem Rotwein hat die „bella Toskana“ mit dem Vin Santo („heiliger Wein“) auch einen eigenen, populären Dessertwein zu bieten. Ursprünglich war dieser Wein eine in kleinen Holzfässern gelagerte Kostbarkeit, die man unter Weinbauern nur an besondere Gäste ausschenkte. An einen kommerziellen Anbau war nicht zu denken. 
Die Herstellung eines echten, großen Vin Santo ist aufwendig und erfordert wahre Handwerkskunst. Aus getrockneten Trauben gepresst und jahrelang in kleinen Fässern zu einer Essenz konzentriert, kann der heilige Wein zu einem unnachahmlichen Genuss werden. Trotzdem ist leider nicht jeder Vin Santo des Namens würdig, aber wer einmal einen großen vin santo probiert hat, wird ihn sicherlich nie vergessen.