ANCONA: EIN TRAUM ZWISCHEN MEER UND BERGEN

Klippen, Dörfer und Höhlen: das andere Italien

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Ancona ist mehr als nur eine Durchgangsstadt, die Hauptstadt der Marken ist wie ein Fixpunkt zwischen zwei Horizonten.

Auf der einen Seite das Meer, auf der anderen der Apennin der Marken, dazwischen ein zurückhaltender und freundlicher Geist, der sich nach und nach offenbart. Ancona ist vergleichbar mit jenen herrlichen Aromen aus der Küche, die man nur wahrnimmt, wenn man eine neue Stadt ganz gemächlich erkundet.

Hier besteht keine Eile! Lasst euch einfach treiben, vielleicht durch eine der Gassen, die vom Zentrum hinauf zur Kathedrale San Ciriaco führen, wo die Stadt auf dem Guasco-Hügel zu schweben scheint, während der Wind den Duft von Salz und Pinien herüberweht.

Die Altstadt von Ancona hat etwas von der gelebten Eleganz von Hafenstädten: ein römisches Amphitheater, die Loggia dei Mercanti im gotischen Stil, Paläste, die ihre Geschichte dezent zur Schau stellen, und der Hafen, der die authentische Seele Anconas verkörpert. Hier verläuft das Leben langsam und routiniert, mit einem ständigen Kommen und Gehen von Fischerbooten, internationalen Fähren und Segelbooten.

Unser Lieblingsort ist jedoch der Passetto, ein wunderschöner Felsenstrand. Man erreicht ihn über eine breite Treppe, die hinunter zu Dutzenden von Grotten führt, die einst von Fischern in den Felsen gehauen wurden. Heute ist der Strand vor allem ein Zufluchtsort für alle, die ein wenig Ruhe suchen, oder vielleicht außerhalb der Saison schon mal einen Sprung ins kühle Nass wagen möchten.

Conero: wo die Adria ihre Farbe ändert

Eine halbe Autostunde von Ancona entfernt steht direkt an der Küste der Monte Conero, der mit seinen weißen Klippen und den nach Ginster duftenden Wanderwegen ein wahres Naturparadies ist. Hier verliert die Adria ihre spiegelglatte Ruhe und wird wild, türkis, fast balkanisch.

Die Strände der malerischen Küstenorte Sirolo und Numana sind zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit umweltfreundlichen Shuttlebussen erreichbar. Keine Zugeständnisse an den hektischen Tourismus: Alles folgt einem typisch mediterranen Rhythmus. Man spaziert, atmet frische Luft und genießt typische Produkte wie Moscioli (Miesmuscheln), Vincisgrassi (traditioneller Nudelauflauf) und Ciauscolo-Wurst.

Frasassi-Höhlen: Eine Welt unter unseren Füßen

Eine Stunde landeinwärts und die Landschaft verändert sich erneut. Hier beginnt der Naturpark Gola della Rossa und Frasassi, wo sich der Berg buchstäblich öffnet und eines der spektakulärsten Naturschauspiele Europas offenbart: die Frasassi-Höhlen.

Stalaktiten und Stalagmiten zeichnen eine parallele Geografie, bestehend aus riesigen Hallen, Konkretionen, die wie barocke Skulpturen wirken, unterirdischen Seen und gedämpftem Licht. Man geht und lauscht, mit dem Gefühl, in eine geologische Zeit einzutreten, in der alles stillsteht und sich doch ständig verändert. Für alle, die noch weiter gehen möchten, wird eine Höhlenwanderung in Begleitung von erfahrenen Höhlenführern mit Overall und Helm angeboten.

Eine Stadt, in die man immer wieder zurückkehrt

Ancona und seine Umgebung erschließen sich nicht sofort, sie brauchen Zeit, Respekt und eine gewisse Aufmerksamkeit für Details. Aber sie belohnen diejenigen, die sich Zeit nehmen. Hier findet man ein alternatives, unbekanntes Italien, wo Qualität noch immer eine alltägliche Entscheidung ist und die Landschaft Teil der Geschichte wird. Hierher zu reisen ist ein bisschen wie ein Buch zu lesen, das nicht gerade im Trend liegt: Es hat vielleicht kein glänzendes Cover, aber es bleibt einem lange im Gedächtnis.